Pfadfinder beobachten eine Würfelnatter
Der Royal Ranger Stamm RR35
Start 1988 in Stuttgart

Beginn der Royal Rangers Arbeit in Stuttgart

 

Schon als kleines Kind nahm mich meine Mutter mit zu den Gottesdiensten der BGG (Biblische Glaubens Gemeinde). Zusammen mit meinen Schwestern besuchte ich die Kinderstunde, während meine Mutter im Erwachsenengottesdienst saß.

 

Die Rangers, die heute ab und zu etwas aufgedreht sind und uns Leitern manchmal den letzten Nerv rauben, kann ich gut verstehen. Schließlich habe auch ich es damals fertig gebracht, meine beiden Schwestern in der Kinderstunde zum Weinen zu bringen – so sehr haben sie sich einmal für mein schlechtes Verhalten gegenüber der "Kinderstunden-Tante" Monika geschämt.

 

Doch das ist Schnee von gestern – ich wurde schließlich älter und (hoffentlich) vernünftiger. Heute kann man es sich kaum vorstellen, wie es damals in der Gemeinde aussah. Für die Jugend war so gut wie nichts geboten. Im Alter von 15 Jahren bin ich dann regelmäßig zusammen mit Sylvia Pastor und Maja Hancke zum Jugendtreff nach Schorndorf gefahren. An diese Zeit denke ich noch heute gerne zurück. Für damalige Verhältnisse gab es dort gute Musik, viele nette und junge Leute – und nach dem Jugendtreff stets ein absolut leckeres Buffet. So war es die Regel, dass man nach dem Treffen zusammen schlemmte und gute Gespräche führen konnte. Oftmals kamen wir erst nach 24:00 Uhr mit der S-Bahn wieder in Stuttgart an – und am Hauptbahnhof trennten sich dann unsere Wege da ich noch mit der Straßenbahn weiterfahren mußte, die beiden anderen hingegen mit dem Bus. Einmal wurde ich nach dem Jugendtreff von der Bahnhofspolizei festgenommen und mußte mit auf die Wache. Trotz Schülerausweis glaubten mir die Beamten nicht, dass ich schon 15 Jahre alt war und hielten meinen Ausweis für gefälscht. Da es wieder mal nach 24:00 Uhr war mußte mein Vater mich persönlich von der Wache abholen. Peinlich!

 

Der Grund, weshalb ich über meine Erlebnisse mit der Jugendstunde in Schorndorf berichte, ist folgender: Unsere Schorndorfer Freunde hatten bereits eine Royal Rangers-Arbeit – ich war begeistert! Natürlich wollte ich mehr darüber wissen und lernte dann Jean-Christof Nachan (Stoffel) kennen. Er erzählte mir viel über die Rangers und nahm mich auch mal zu einem seiner Teamtage mit. In einer Schlucht durften wir uns abseilen, das werde ich wohl nie vergessen! So eine Arbeit sollten wir in Stuttgart auch haben. Mit Johanna unterhielt ich mich öfters über diesen Wunsch. Als wir irgendwann einmal wieder darüber sprachen, sagte sie, dass wir für einen Stammleiter beten müßten, dann könne es auch in Stuttgart losgehen.

Und es ging los...

 

Matthias Frank